OnlinesicherheitOnlinesicherheit

  • Die Ermittler der Internet Referral Unit (i2-IRU) haben in 1034 Fällen einen Beitrag geleistet, vor allem in Bezug auf terroristische Propaganda und damit zusammenhängende gewalttätige extremistische Aktivitäten im Internet.
  • Ransomware nimmt nach wie vor einen großen Teil der Aufmerksamkeit der Federal Computer Crime Unit (FCCU) in Anspruch.
  • Nach einem Intermezzo von einigen Jahren hat die FCCU erneut die Ausbildung zur Erlangung des funktionellen Brevets 'Computer Crime Unit' organisiert.


Internetermittlungen

Die Abteilung i2-IRU der Direktion für die Bekämpfung der schweren und organisierten Kriminalität (DGJ/DJSOC) ist mit verschiedenen Aufgaben betraut:

  • Internetermittlungen;
  • Sperrung von Websites und/oder Inhalten;
  • Kommunikation zum Thema Prävention;
  • Ausbildung, Aufklärung und Austausch von Fachwissen;
  • Teilnahme an Europol-Aktionen.

Die Abteilung konzentriert sich unter anderem auf terroristische Propaganda und damit zusammenhängende gewalttätige, extremistische Aktivitäten im Internet. Dieser Auftrag fügt sich in den Rahmen der von Europol eingerichteten Internet Referral Unit (IRU EU). Konkret wird die aufgedeckte Propaganda in Zusammenarbeit mit den Internetanbietern unzugänglich gemacht.

Im Jahr 2019 hat die Abteilung in 1 034 Fällen Unterstützung geleistet, ein Anstieg um 120 Fällen im Vergleich zu 2018.

1 034 Unterlagen
Unterlagen
Aufschlüsselung nach Phänomen 2019
Terrorismus 314
Information 132
Betrug 118
Diebstahl 91
Selbstmordversuch 66
Sexueller Missbrauch von Minderjährigen 54
Menschenhandel 47
Drogen 40
Öffentliche Ordnung 40
Cyberhass 37
Cyberkriminalität: 31
Waffen 26
Vermisstenfälle 23
Hormone 13
Mord 2

Federal Computer Crime Unit

Die Federal Computer Crime Unit (FCCU) ist mit der Bekämpfung der ICT-Kriminalität (Information and Communication Technology) beauftragt, um Bürger vor neuen Kriminalitätsformen in der virtuellen Gesellschaft zu schützen. Zu diesem Auftrag gehört auch die Unterstützung des Kampfes gegen andere kriminelle Phänomene mittels spezialisierter Untersuchungen in ICT-Umgebungen.

Die FCCU hat im Jahr 2019

 121 Cyberkriminalitätsfälle bearbeitet
Cyberkriminalitätsfälle bearbeitet
 •	131 Protokolle mit Modus Operandi Ransomware* erstellt (gegenüber 171 Protokolle im Jahr 2018).
Protokolle mit Modus Operandi « Ransomware* » erstellt

* Ransomware bedeutet, dass Betrüger heimlich und ohne Wissen des Besitzers ein Virus auf einem Gerät installieren. Das Virus hält das Gerät und die Dateien als 'Geiseln' (verschlüsselt) und die Betrüger fordern Lösegeld.



Ausbildung und Fachwissen

Im vergangenen Jahr organisierte die FCCU nach einem Intermezzo von einigen Jahren erneut die Ausbildung zur Erlangung des funktionellen Brevets 'Computer Crime Unit'. Inzwischen haben 60 Personen am Basismodul teilgenommen. Die Prüfungen erfolgen erst im Jahr 2021.

Darüber hinaus leistete die FCCU einen wesentlichen Beitrag zu mehreren europäischen Ausbildungsprojekten rund um das Darkweb. Die Rückmeldungen zu den von der Europäischen Polizeiakademie (EPA) organisierten Trainingskursen - zwei Trainingskurse an denen rund 60 Polizeimitarbeiter aus verschiedenen europäischen Ländern teilgenommen haben - waren positiv.

Schließlich hat die FCCU das Konzept und die Arbeitsweise der Quick Reaction Force ausgearbeitet. Dieses Team gewährleistet die polizeiliche Reaktion im Rahmen des Cyber-Notfallplans des Zentrums für Cybersicherheit Belgien (ZCB). Es besteht aus Mitarbeitern der FCCU sowie der regionalen CCUs. Seit der Einrichtung der Quick Reaction Force hat es noch keine Zwischenfälle gegeben, die die Einsatzvoraussetzungen erfüllten (Ausweitung gemäß dem Cyber-Notfallplan).

Onlinesicherheit

Success story

Hacker-Tool weltweit offline nach internationaler Polizeiaktion

Das gefährliche Hacker-Tool IM-RAT (Imminent Monitor Remote Access Trojan) wurde infolge einer von der australischen Bundespolizei im vergangenen Jahr eingeleiteten Untersuchung offline gestellt. Sobald das Hacker-Tool auf einem Computer installiert war, übernahmen die Cyberkriminellen die Kontrolle über den Rechner des Opfers. Die Ermittlungsbehörden vermuten, dass es Zehntausende von Opfern gibt. Im Rahmen einer internationalen Polizeiaktion führte die FCCU drei erfolgreiche Hausdurchsuchungen bei Verdächtigen durch. Es wurden Beweismittel sichergestellt und eine Person wurde in Untersuchungshaft genommen.