Polizei und Sicherheit der BevölkerungPolizei und Sicherheit der Bevölkerung

  • Die Föderale Kriminalpolizei hat 3 264 Verdächtige wegen ihrer angeblichen Beteiligung an verschiedenen Kriminalitätsphänomenen festgenommen.
  • Die Digitalisierung des Informations- und Fahndungsregisters #anyplace #anytime #anydevice ist ein Erfolg mit mehr als 10 000 monatlichen Abfragen durch das Polizeipersonal. 
  • Die Zahlen sprechen für sich: die Integration des Sicherheitskorps des Föderalen Öffentlichen Dienstes Justiz in die Direktion der Sicherung (DAB) ist gelungen.


Bekämpfung von Kriminalitätsphänomenen

Ermittlungskapazität pro Phänomen 2018 2019
Ecofin 13,50% 23,00%
Drogen 12,00% 17,00%
Gewalt 10,00% 16,00%
Diebstahl 5,50% 14,00%
Terrorismus 9,00% 10,00%
Menschenhandel/-schmuggel 7,00% 8,00%
Andere 43% 12%
Gesamtzahl 100% 100%

Festnahmen*

Phänomene 2018 2019
Drogen 751 906
Diebstahl 418 772
Ecofin 235 387
Gewalt - Mord und Totschlag 223 451
Menschenhandel/-schmuggel 171 265
Unbekannt (nicht mit einem Phänomen verbunden) 1 497 176
Unbekannt (nicht mit einem Phänomen verbunden) 112 98
Fälschung / 82
Andere / 88
Sonderfälle / 21
Umwelt / 10
Betrug mit Arzneimitteln (und Nahrungsergänzungsmitteln) / 8
Gesamtzahl 3 407 3 264

* PEine 'Festnahme' betrifft hier jede gerichtliche Freiheitsberaubung einer Person, die aufgrund des Salduz-Gesetzes (4. Kategorie) als verdächtige Person identifiziert wird.

Geldwäschefälle

Geldwäsche ist ein spezifischer Teil des Ecofin-Phänomens. Das Geldwäschedelikt ist die Verheimlichung oder die Verschleierung der Bewegung der (finanziellen) Erträge aus einer in Belgien oder im Ausland begangenen kriminellen Aktivität (Haupttat) und/oder die Verschleierung der illegalen Herkunft von Vermögensvorteilen/Erträgen.

Dossiers de blanchiment
Laufende Geldwäscheermittlungen*

* darunter 427 neue Akten, die 2019 eröffnet wurden; ein Anstieg um 76 Akten im Vergleich zu 2018


FAST fahndet nach flüchtigen Kriminellen

Ein neues Gesetz (vom 5. Mai 2019) ermöglicht die Verwendung zusätzlicher besonderer Ermittlungsmittel und anderer Ermittlungstechniken zur Fahndung nach flüchtigen Personen.

345 flüchtige Kriminelle festgenommen
flüchtige Kriminelle festgenommen

Einige bemerkenswerte Zahlen und Fakten:

  • 84 Flüchtige wurden in Belgien aufgegriffen;
  • Das FAST hat eigenständig 10 Überstellungen aus dem Ausland durchgeführt;
  • 18 Festnahmen fanden im Rahmen des EU-Projekts ENFAST statt;
  • von den 6 neuen Namen der Belgium’s Most Wanted hat das FAST 3 flüchtige Personen festgenommen;
  • Dank der Zusammenarbeit mit europäischen FAST-Teams konnte das FAST 6 weitere Personen der Belgium’s Most Wanted-Liste ausfindig machen;
  • Das FAST hat 1 Belgier der Europe’s Most Wanted in Spanien festgenommen.

Success story

Sie hielten sich für unangreifbar, doch da irrten sie sich!

Einer der Höhepunkte des Jahres 2019 war ohne Zweifel die Verhaftung des Ehepaars Lacote und Van Acker, die beide 1996 wegen des Mordes an einem britischen Geschäftsmann zu lebenslanger Haft verurteilt wurden. Sie hielten sich für unangreifbar, weit weg in der Elfenbeinküste. Doch am 20. November (Lacote), bzw. am 21. November (Van Acker), endete ihre Flucht. Es geschah, was niemand mehr für möglich gehalten hatte: Die flüchtigen Kriminellen wurden festgenommen im Hinblick auf ihre Auslieferung an Belgien. Beide werden sich vor dem westflämischen Schwurgericht verantworten müssen.


Fahndung und Ausschreibung


Fahndungsmeldungen in den Medien: ein Mehrwert

444 Fahndungsmeldungen in den Medien
Fahndungsmeldungen in den Medien
2018 2019
Aufklärungsgrad 60% 69%


Der Aufklärungsgrad betont den Mehrwert von Fahndungsmeldungen und Zeugenaufrufen in den Medien.

  • 30 Fälle sind aufgeklärt oder fast aufgeklärt (43%), dank der Fahndungssendung FAROEK. Für diese Fernsehsendung wurden 69 Reportagen gedreht.
  • Ferner wurden 22 Crimeclips realisiert, von denen 6 zur Identifizierung des Täters bzw. der Täter geführt haben.

Success story

Pädophiler gefasst

Im November 2019 konnte ein Pädophiler sehr schnell gefasst werden dank der breiten Berichterstattung in der Fahndungssendung FAROEK Live, in sozialen Medien und in den (Zeitungs-)Nachrichten.

Zwei Mal kurz nacheinander wurden in der ostflämischen Stadt Ronse Jungen im Teenageralter von einem Mann belästigt. Die Jungen konnten entkommen. Wie sich herausstellte, handelte es sich in beiden Fällen um denselben Verdächtigen. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft setzten alles daran, den Verdächtigen so schnell wie möglich zu fassen und weitere Taten zu verhindern. Ein Phantombild wurde erstellt und die Polizei verfügte über Bilder von Überwachungskameras, auf denen der Verdächtige zu sehen war. Daraufhin wurden alle Medien eingeschaltet: soziale Medien, Zeitungen, Websites ... Gerade in diesem Moment lief auch die Fahndungssendung FAROEK Live. Polizei und Reporter schafften es, den Fall in sehr kurzer Zeit vorzubereiten und in die Live-Sendung zu bringen.

Das Medieninteresse hat eine Reihe von Reaktionen ausgelöst. Am Tag nach der Sendung wurde der Verdächtige von jemandem auf der Straße erkannt. Die Polizei konnte den Verdächtigen fast sofort festnehmen.



Gründlich erneuertes Informations- und Fahndungsregister

Das Informations- und Fahndungsregister (IFR) zielt darauf ab, die Identifizierung von Straftätern zu erleichtern. Es ist ein Instrument für alle Mitarbeiter der Integrierten Polizei, insbesondere für die Polizeibeamten vor Ort.

Das IFR wurde 2019 grundlegend erneuert. Derzeit haben Polizeibeamte dank einer sicheren SharePoint-Website #anyplace #anytime #anydevice Zugang zu diesem Fahndungsinstrument. Mit anderen Worten: sie können das IFR an jedem Ort, zu jeder Zeit und an jedem Gerät (PC, Laptop, Smartphone) einsehen und sofort auf eine Fahndungsmeldung reagieren.

Die Nutzerzahlen des neuen IFR sprechen für sich: mehr als 10 000 Besucher pro Monat! Letztes Jahr wurden 6 000 Meldungen im IFR veröffentlicht. Diese führten zur Identifizierung von 703 Personen.

Success story

Die Direktion der Sicherung wächst

Die Direktion der Sicherung (DAB) ist eine Realität in der Polizeilandschaft geworden. Ihr Personalbestand hat sich innerhalb eines Jahres vervierfacht (+298% im Vergleich zu 2018). Ende 2018 hatte DAB noch 270 Personalmitglieder, Ende 2019 zählte die Direktion jedoch 988 Personalmitglieder, nämlich:

  • 2 Hauptkommissare
  • 22 Kommissare
  • 74 Hauptinspektoren
  • 846 Sicherungsbedienstete/Sicherungsassistenten/Sicherungskoordinatoren der Polizei
  • 44 Mitarbeiter des Verwaltungs- und Logistikkaders

Mit der Aufnahme des Sicherheitskorps (VKCS) des Föderalen Öffentlichen Dienstes Justiz am 1. Januar traten 391 Personalmitglieder DAB bei. Sie schlossen sich der Polizei der Gerichtshöfe und Gerichte an. Seit der Übernahme dieses Auftrags hat die Polizei der Gerichtshöfe und Gerichte 1 500 Überführungen von Minderjährigen und 75 000 Überführungen von erwachsenen Gefangenen durchgeführt.

Die Direktion der Sicherung wächst


Schutzaufgaben

Die Direktion Schutz (DAP) hat mehrere Aufträge.

Missions VIP:  3 133 dont 282 à l’étranger.
VIP-Aufträge* Davon 282** im Ausland im Jahr 2019 und 105 im Jahr 2018
Missions de transfert de détenus dangereux* :  346
Überführungen gefährlicher Gefangener***
Escortes de Transport de fonds inter/intracity : 869
Werttransportbegleitungen Inter-/Intracity****
Escortes Banque nationale (BNB) : 41
Begleitungen Belgische Nationalbank (BNB)
Autres transports (diamants, art et nucléaire) : 11
Andere Transporte (Diamanten, Kunstwerke und Kernmaterial)

* 1 Aufgabe = Schutz eines VIPs pro Tag.
** Dieser starke Anstieg ist auf den dauerhaften Schutz von zwei zusätzlichen VIPs zurückzuführen, die häufig reisen und diesen Schutz auch bei ihren Auslandsreisen erhalten.
*** 1 Aufgabe = Überführung eines Gefangenen pro Tag.
**** 1 Begleitung = Schutz eines Transportwagens pro Tag.

Success story

Geschworenenprozess im Zeichen des Terrorismus

Vom Januar bis März 2019 fand der Geschworenenprozess von Medhi Nemmouche und Nacer Bendrer wegen ihrer Beteiligung am Anschlag auf das Jüdische Museum von Brüssel am 24. Mai 2014 statt.

Dieser Prozess war der erste im Zusammenhang mit der Terrorwelle der vergangenen Jahre.

Es waren für alle anstrengende Prozesstage: stürmische Sitzungen, Unterbrechungen, weltweites Medieninteresse, Alarmzustände aller Art (verdächtige Fahrzeuge, Anthraxalarm, ...).

Mehdi Nemmouche wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Nacer Bendrer wurde mit einer Gefängnisstrafe von 15 Jahren belegt. Beide verbüßen ihre Strafe in Frankreich.

Dieser Prozess ist ein erfolgreiches Beispiel für die Überführung gefährlicher Gefangener. Die Polizeizusammenarbeit verlief optimal, trotz des äußerst sensiblen und komplexen Charakters dieses risikoreichen Auftrags.

Nach monatelanger Vorbereitung und nach zweieinhalb Prozessmonaten fällt die Bilanz sehr positiv aus, dank der Bemühungen der Beamten der Direktion Schutz (DAP) der Föderalen Polizei - an jedem Prozesstag setzte sie 11 Polizeibeamte ein - sowie die ihrer Partner:

  • der Vorsitzende des Schwurgerichts und die Mitarbeiter des Brüsseler Justizpalastes;  
  • die Polizeizone Brüssel-Hauptstadt/Elsene, betraut mit dem Schutz der Orte und der Leitung des Ordnungsdienstes;
  • die Direktion der Sicherung (DAB), betraut mit der Unterstützung bei den Überführungen;
  • die Direktion der Hundeunterstützung (DACH), betraut mit der Durchsuchung der Gebäude nach möglichen Sprengstoffen;
  • die Direktion der öffentlichen Sicherheit (DAS) und ihre APC-Fahrzeuge (Armoured Personnel Carrier) zur Verhinderung der Durchfahrt schwerer Fahrzeuge;
  • die Direktion der Luftunterstützung (DAFA), betraut mit der Beobachtung der zurückgelegten Strecken aus der Luft, um unerwünschte Eindringlinge zu erkennen;
  • der Kommunikations- und Informationsdienst des Bezirks (SICAD), die Direktion der verwaltungspolizeilichen Einsätze (DAO) und die Anti-Terror-Abteilung der Föderalen Kriminalpolizei von Brüssel (FGP/DR3) zur Unterstützung.

Success story

Motorradpolizisten der französischen Garde Républicaine loben die belgische Kompetenz

Am Samstag, den 6. Juli haben die belgische Polizei und die französische Gendarmerie gemeinsam den großen Start der Tour de France in die rechten Bahnen gelenkt. 47 Motorradpolizisten der französischen Garde Républicaine hatten die Grenze überquert, um zur Sicherheit der Rennfahrer und des Publikums beizutragen. Die Franzosen hatten nichts als Lob für die Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Belgien, die dank des Wissens und der Kompetenz der belgischen Polizisten reibungslos verlaufen ist.

Das Mannschaftszeitfahren Brüssel-Brüssel am Sonntag den 7. Juli war übrigens die Gelegenheit, sie mehrmals gemeinsam bei der Arbeit zu sehen. Während dieser Etappe fuhr vor jeder der 22 Mannschaften jeweils ein französisch-belgisches Polizeiduo, das die Zuschauer aufforderte, zur Seite zu treten.

Motorradpolizisten der französischen Garde Républicaine loben die belgische Kompetenz

Unbefugtes Betreten der Gleisanlagen

Ein unbefugtes Betreten der Gleisanlagen ist verboten und sehr gefährlich.

Von der Bahnpolizei erstellte Protokolle : 170
Von der Bahnpolizei erstellte Protokolle

Vermisste Personen

Die Vermisstenstelle hat voriges Jahr 945 besorgniserregende Vermisstenfälle bearbeitet (344 Frauen und 601 Männer). Die meisten Personen (759) wurden wohlauf wiedergefunden. Insgesamt konnten 885 Fälle abgeschlossen werden (93,6%).

Die Vermisstenstelle ist 46 Mal zum Einsatz gekommen nach der Entdeckung von nicht identifizierten Leichen oder Körperteilen.

Bei über 100 Suchaktionen wurde das Seitensichtsonar der Schifffahrtspolizei verwendet. Dies gab Anlass zu 77 Taucheinsätzen, wobei 117 interessante Orte überprüft wurden. So wurden 30 Fahrzeuge und 21 Leichen von vermissten Personen aufgefunden und aus dem Wasser geborgen.

Bei der Vermisstensuche setzt die Föderale Polizei auch ihre Hubschrauber ein. Dank dieser Luftunterstützung: 

  • wurden 25 Personen lebend wiedergefunden (+150% im Vergleich zu 2018, als 10 Personen lebend wiedergefunden wurden)
  • wurden 5 Personen leider tot aufgefunden.
Vermisste Personen

Administrativer Ansatz zur Kriminalitätsbekämpfung

Im Kampf gegen die organisierte Kriminalität wird neben dem reaktiven strafrechtlichen Ansatz einen proaktiven administrativen Ansatz verfolgt. Der administrative Ansatz als Konzept zielt darauf ab, die organisierte Kriminalität mit verwaltungsrechtlichen Maßnahmen zu bekämpfen, zusätzlich zu den traditionellen gerichtlichen, polizeilichen und finanziellen Maßnahmen.

Drei Informations- und Expertisenzentren (ARIEC Antwerpen, ARIEC Limburg und PAALCO Namur) haben aufgrund dieses Ansatzes verschiedene Initiativen auf den Weg gebracht. Einige Realisierungen:

Namur

Das PAALCO Namur hat einen Infovormittag über Kriminalitätsphänomene im Zusammenhang mit der Autowaschbranche veranstaltet. Partner aus verschiedenen Fachgebieten nahmen daran teil, um mehr über die Arbeitsweise des PAALCOs zu erfahren. Auch die Rolle aller beteiligten Akteure im Kampf gegen die organisierte Kriminalität wurde ihnen erläutert.

Antwerpen

Seit 2018 hat das ARIEC Antwerpen verschiedene Beratungsersuchen im Bereich der kriminellen Motorradbanden erhalten. Das ARIEC hat sich ein Fachwissen über präventive und reaktive Instrumente zur Bekämpfung dieser Banden angeeignet und hat sich für einen strukturellen Ansatz entschieden. Es wurden drei Informationssitzungen für die lokalen Behörden und Polizeizonen veranstaltet. Das ARIEC hat ein Musterreglement für die Motorradclubs entwickelt. Weitere Initiativen im Zusammenhang mit diesem Phänomen sind im Gange.

Limburg

Der administrative Ansatz zur Kriminalitätsbekämpfung kann auch nach Abschluss der gerichtlichen Ermittlungen nützlich sein. Das ARIEC Limburg hat eine Untersuchung über Umweltverstöße, insbesondere die Umfärbung von Kraftstoffen, eingeleitet. Ziel war es, nach Aufhebung der gerichtlichen Versiegelung eine administrative Versiegelung durchzuführen. So konnte dem groß angelegten Kraftstoffbetrug auf einem Industriegelände in Opglabbeek/Oudsbergen ein Ende gesetzt werden.