Wirtschaftliche und soziale SicherheitWirtschaftliche und soziale Sicherheit

  • Solange Verbrechen sich lohnen, müssen wir dort eingreifen, wo es schmerzt: im Geldbeutel.
  • Im Jahr 2019 beschlagnahmte die Föderale Kriminalpolizei einen Gesamtbetrag in Höhe von 12 109 746,87 Euro.
  • Was lehrt uns das Vorgehen gegen Wirtschafts- und Sozialbetrug? Je mehr Partnerschaften mit anderen öffentlichen Diensten, umso wirksamer das Vorgehen.


Sécurité économique et sociale

Gemischte Ermittlungsteams gegen Sozialbetrug

Im November 2019 unterzeichneten die Föderale Polizei und fünf Sozialinspektionsdienste ein Abkommen, um mit gemischten Ermittlungsteams den Kampf gegen die organisierten Banden hinter Sozialdumping, Schwarzarbeit, Scheinselbstständigkeit und organisierten Konkursen aufzunehmen.

Diese gemischten Ermittlungsteams, MOTEM genannt, werden in allen Gerichtsbezirken einheitlich gegen Sozialbetrug vorgehen. Bei der Einleitung jeder Untersuchung wird in Absprache mit den zuständigen Inspektionsdiensten ein Untersuchungsplan erstellt.

Ziel dieser Initiative ist es nicht, Einzelfälle von Sozialbetrug in Angriff zu nehmen, sondern den organisierten Sozialbetrug zu treffen, mit als Schwerpunkt die Einziehung illegal erworbener Vermögenswerte.

Gemischte Ermittlungsteams gegen Sozialbetrug

Sucess Story

Mehrwertsteuerbetrüger erwischt

Im Zeitraum 2017-2019 stellten mehrere Großhändler von sanitären Anlagen, insbesondere Heizkesseln, niederländischen Abnehmern 3,5 Millionen Euro an Gütern in Rechnung. Die Güter gingen nicht in die Niederlande, sondern wurden von einem anderen Unternehmen auf dem belgischen Markt verkauft, und zwar in Heimwerkergeschäften in Antwerpen und Brüssel. Der Verkauf auf dem belgischen Markt erfolgte unter Anwendung der Mehrwertsteuer, die jedoch nicht entrichtet wurde.

Nach umfangreicher Überwachung von Telefongesprächen und Bankgeschäften wurde der Organisator des Betrugs im Januar 2019 festgenommen. Im Dezember 2019 wurde sein wichtigster Komplize von Deutschland an Belgien ausgeliefert. Die Beute des Betrugs, die auf 800 000 Euro geschätzt wurde, konnte nur teilweise wiedergefunden werden.

Success Story

Integrierter Ansatz zur Bekämpfung von Sportbetrug

Die Hockey-Europameisterschaft in Antwerpen wurde aufmerksam beobachtet. Zu diesem Zweck schlossen verschiedene Partner sich zur Aufdeckung von Sportbetrug und insbesondere von Spielmanipulationen zusammen: die Föderale Kriminalpolizei, die Lokale Polizei, die Föderalstaatsanwaltschaft, der lokale Prokurator, die Glücksspielkommission, die Schiedsrichter und die nationalen und europäischen Sportverbände. Beobachtung als Polizeiaufgabe ist gleichbedeutend mit Prävention: was vermieden werden kann, sollte nicht strafrechtlich verfolgt werden. Während der Meisterschaft verlief die Zusammenarbeit hervorragend. Es wurden keine Unregelmäßigkeiten festgestellt.

Auch mit dem Tennisverband ist ein Kooperationsprojekt zustande gekommen. Konkret haben die Föderale Kriminalpolizei von Westflandern und die Polizeizonen Damme/Knokke-Heist und Westkust zusammen mit der Staatsanwaltschaft, Tennis Vlaanderen und den Turnierveranstaltern ein Präventionsprogramm rund um die Manipulation von Spielen und Ergebnissen auf den Weg gebracht. Tennisspielern wurde erklärt, wie Kriminelle vorgehen, um sie zu kontaktieren und zu beeinflussen. Am Rande dieses Präventionsprogramms wurde eine Verhaftung vorgenommen.